Eine Welt im Ungleichgewicht – und die Rolle der Schule

Die Welt wirkt derzeit auf vielen Ebenen aus dem Gleichgewicht. Umso drängender wird die Frage: Was kann die Schule zu einer friedlicheren Welt beitragen? Eine einfache Antwort gibt es nicht, aber viele kleine, wirkungsvolle Ansätze. Einer davon stand im Zentrum unserer Projektwoche.

 

 

Gemeinsam auf Reisen – quer durch Kulturen und Kontinente

Eine ganze Woche lang nahm sich unsere Schule Zeit, sich diesem Thema altersgerecht zu widmen. Die drei Kindergartenstufen arbeiteten durchmischt zusammen, ebenso die Schülerinnen und Schüler von der 1. Primarklasse bis zur 3. Sekundarstufe. Rund 120 Kinder und Jugendliche begaben sich gemeinsam mit ihren Lehrpersonen auf eine besondere Reise: Sie entdeckten verschiedene Länder, deren Bräuche, Landschaften, Kulturen und Sprachen – und entwickelten dabei einen offenen, positiven Zugang zur Vielfalt unserer Welt.

Lernen mit allen Sinnen

Gelernt wurde nicht nur mit dem Kopf, sondern mit allen Sinnen. Es wurde gespielt, gestaltet, ausprobiert und entdeckt. Jeden Morgen verwandelte sich die Turnhalle in einen „Flughafen“. In ihren gemischten Reisegruppen erfuhren die Kinder, wohin die Reise an diesem Tag gehen würde – jeden Tag eine neue Überraschung. Insgesamt standen 18 Länder zur Auswahl.

Von 8:15 Uhr bis 13:00 Uhr tauchten die Gruppen in ihr jeweiliges Reiseland ein. Mit einem Flugticket ausgestattet, sammelten die Kinder Eindrücke und hielten ihre Erlebnisse fest, um sie später mit ihren Familien zu teilen.

 

 

Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft erleben

Begleitet wurden die Gruppen jeweils von zwei „Reiseleitenden“, den ältesten Kindern, meist aus der Sekundarstufe. Mit beeindruckendem Verantwortungsbewusstsein übernahmen sie diese Rolle: Sie unterstützten die Jüngeren, halfen und sorgten für ein gutes Miteinander.

Das gemeinsame Unterwegssein war geprägt von Rücksichtnahme und Zusammenarbeit. Grössere halfen den Kleineren, Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen, und das Gemeinschaftsgefühl stand stets im Mittelpunkt.

 

 

Kulturelle Begegnungen, die verbinden

Zwischendurch kam die gesamte Schulgemeinschaft zusammen, um gemeinsame Erlebnisse zu teilen: ein türkischer Tanz, eine Märchenaufführung, brasilianische Rhythmen machten die Vielfalt zusätzlich unmittelbar erfahrbar.

Ein Zeichen für den Frieden

Den Abschluss der Woche bildete ein gemeinsames Zeichen für den Frieden. Am Kakibaum wurden weisse Bänder, beschriftet mit Begrüssungsworten in verschiedenen Sprachen und persönlichen Friedensbotschaften aufgehängt. Denn Frieden beginnt im Kleinen: mit Freundlichkeit, Respekt und Offenheit.

Mehr als eine Woche: Nachhaltiges Lernen im Schulalltag

Eine solche Projektwoche bietet enormes Potenzial für die ganzheitliche Bildung. Ihre volle Wirkung entfaltet sie jedoch erst im Zusammenspiel mit weiteren Aktivitäten im Schulalltag. Dazu gehören etwa das Sommerfest, das in diesem Jahr als Fest der Kulturen gemeinsam mit den Eltern gestaltet wird, oder Projekte, bei denen Schülerinnen und Schüler mit Menschen aus dem Quartier in Kontakt treten, Sprachkurse anbieten oder das Alterszentrum besuchen.

Auch das Engagement für die Umwelt, beispielsweise in der Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten, ist Teil dieses umfassenden Lernprozesses.

Werte, die begleiten

Themen wie Frieden und Zusammenleben begleiten den Schulalltag kontinuierlich, etwa durch die Schulagenda mit anregenden Texten und Bildern zum Thema Frieden. Im laufenden Jahr steht das Motto „löwenstark sein“ im Zentrum verbunden mit der Frage, was echte Stärke bedeutet. Vielleicht zeigt sich wahre Stärke gerade darin, anderen zu helfen, aufmerksam zu sein und Mitgefühl zu zeigen?

Mitbestimmung lernen und leben

Im kommenden Schuljahr wird zudem die Mitbestimmung weiter gestärkt. Mit Klassenräten und einem Schulparlament lernen die Kinder und Jugendlichen, ihre Anliegen einzubringen, zu argumentieren, verschiedene Perspektiven einzunehmen und demokratische Prozesse aktiv mitzugestalten.

Lernen im Alltag – auch durch Konflikte

Nicht zuletzt sind es die alltäglichen Situationen wie Konflikte, die wertvolle Lernfelder bieten. Sie ermöglichen es zu lernen, einen respektvollen und konstruktiven Umgang miteinander zu entwickeln und soziale Kompetenzen nachhaltig zu stärken.

Gemeinsam Verantwortung tragen

Was wir als Erwachsene vorleben und gemeinsam mit den Kindern gestalten, prägt sie langfristig. Es ist eine schöne und zugleich verantwortungsvolle Aufgabe, sie auf diesem Weg zu begleiten.

In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an alle, die zu diesem gelungenen Miteinander beigetragen haben, auch an jene, die im Hintergrund so viel möglich gemacht haben.

 

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