Drei Jahrgänge in der Sek in einer Klasse? Geht dies?
Vier unserer Lehrpersonen auf Entdeckungsreise an der Schule Hedingen in der Schweiz
Drei Jahrgänge in der Sek in einer Klasse? Geht dies?
Vier unserer Lehrpersonen auf Entdeckungsreise an der Schule Hedingen in der Schweiz
Während unseres Camps in der Schweiz hatten sowohl die Schülerinnen und Schüler unserer Sekundarschule als auch die Lehrpersonen die Möglichkeit, das altersdurchmischte Sekundarschulmodell in Hedingen kennenzulernen.
Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen kürzeren Einblick in den Schulalltag, während die vier Lehrpersonen – Anna Invernizzi, Maurizia Stefania, Marco Nespoli und Wencke Grunert – an einem weiteren Tag vertieft in das spannende Konzept dieser Schule eintauchten.
Obwohl in Bergamo traditionell im Jahrgangssystem unterrichtet wird, konnten unsere Lehrpersonen viele inspirierende Eindrücke und Ideen mitnehmen.
Im altersgemischten System wird von den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an Selbstständigkeit erwartet. Es braucht klare Strukturen für gegenseitige Unterstützung, und die Rolle der Lehrpersonen verändert sich hin zu Lernbegleiterinnen und -begleitern. Gleichzeitig sind gemeinschaftsfördernde Erlebnisse entscheidend, damit die Klassen als Gemeinschaft zusammenwachsen können.
All diese Themen sind auch für unsere Schule von großer Bedeutung.
Viele neue Ideen und Eindrücke fanden ihren Weg zurück an die Schweizer Schule Bergamo.
„Die Schülerinnen und Schüler in Hedingen können bereits ab 7:30 Uhr zur Schule kommen und eine Lektion selbstständig bearbeiten. Die Lehrpersonen begleiten sie dabei, stellen gezielte Fragen und reflektieren gemeinsam mit ihnen das Arbeitsverhalten. Die gute Beziehung zwischen Lehrpersonen und Lernenden war spürbar“, berichtet Wencke Grunert, die mit verschiedenen Reflexionsmethoden aus der Schweiz zurückgekehrt ist.
Auch Anna Invernizzi war beeindruckt – insbesondere vom Lernbuch, das die Schülerinnen und Schüler in Hedingen führen:
„Neben der Organisation der Hausaufgaben planen die Lernenden ihr Lernen gezielt. In Lerngruppensitzungen setzen sie sich gemeinsame Ziele und besprechen diese regelmäßig. Die Ergebnisse werden im Lernbuch dokumentiert, und es gibt Vorlagen für Coachinggespräche mit der Lehrperson. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir in einzelnen Sequenzen ähnlich arbeiten könnten – diese Ideen werde ich auf jeden Fall ins Team einbringen.“
Maurizio Stefania fiel vor allem die durchdachte Gestaltung der Schulräume auf:
„Mich hat die Organisation der Klassenzimmer begeistert – sowohl in der Mittel- als auch in der Grundschule. Besonders die Gruppentische für vier Schülerinnen und Schüler oder die Seitentische, an denen einzelne Lernende mit Kopfhörern konzentriert arbeiten können, haben mich beein
druckt.“
Der Besuch war nicht nur inspirierend, sondern regte auch zur kritischen Reflexion an. Marco Nespoli regt an: „Ich frage mich, ob die Schülerinnen und Schüler auf diese Weise tatsächlich genauso viel lernen wie bei einem stärker angeleiteten Unterricht. Aber andererseits bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob all das, was ich vor Jahren gelernt habe, heute noch wirklich relevant ist.“
Eine ehrliche Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen – und eine, die unserer Schule wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung gibt.
Was bleibt?Sicher ist: Einige der gewonnenen Ideen können angepasst auch an der SSBG umgesetzt werden. Und der Austausch geht weiter – geplant ist bereits ein Gegenbesuch von Lehrpersonen aus Hedingen in Bergamo. Auch sie werden spannende Eindrücke sammeln und neue Perspektiven mitnehmen können.Ein herzliches Dankeschön geht an Movetia und Education Suisse, die diesen bereichernden Austausch möglich gemacht haben!






